Jeder kennt ihn, keiner will ihn: Haarausfall, der sich ab einem gewissen Alter erst ganz langsam, dann ziemlich aggressiv bei Frauen wie Männern bemerkbar machen kann. Wer selbst davon betroffen ist, hat sicher auch schon so manches ausprobiert: spezielle Shampoos, Kapseln, Koffein. Doch wer hätte damit gerechnet, dass CBD Öl uns möglicherweise im Kampf gegen Haarausfall unterstützen kann?

Frau tropft CBD Öl aus Pipette auf die Spitzen langer brauner Haare

Ab wann spricht man überhaupt von Haarausfall

Jeder Mensch verliert Haare und das täglich. In der Regel wächst das Haar in derselben Intensität nach, wie es davor verloren gegangen ist. Verliert der Mensch täglich mehr als hundert Haare, so spricht man von einer sogenannten Alopezie – krankhaftem Haarausfall. Häufig sind Männer mittleren Alters davon betroffen. Doch auch Frauen, Jugendliche oder sogar Kinder können unter Haarausfall leiden. Die Gründe sind vielfältig [1].

Was führt zu Haarausfall

Haarausfall kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Auf jeden Fall sollten Sie einen Dermatologen kontaktieren, wenn Sie bemerken, dass Sie von Haarausfall betroffen sind. Dieser kann feststellen, worin die Gründe dafür liegen und Ihnen helfen, die richtige Behandlung zu finden. Auch wenn die Ursachen meist harmlos sind, können auch bestimmte Krankheiten den Verlust von Kopfhaar bedingen. Hier die Liste der häufigsten Ursachen und wie Sie CBD Öl als Unterstützung in der Behandlung von Haarausfall anwenden können.

Erblich bedingter Haarausfall und der unterstützende Einsatz von CBD Ölen

Erblich bedingter Haarausfall geht oft Hand in Hand mit hormonellen Umstellungen im (männlichen) Körper. Weltweit wird daran geforscht, ein Gegenmittel zu finden und einige vielsprechende Kuren sind bereits am Markt. Da sich gerade die Genetik nicht ausblenden lässt, ist es nicht einfach, dauerhaft gegen erblich bedingten Haarausfall anzukämpfen. Hinzu kommt oft auch die psychische Belastung von Betroffenen, die um ihre Haarpracht bangen [2]. Gerade an diesem Punkt könnte CBD womöglich einen unterstützenden Beitrag leisten. Bereits im Jahr 1993 konnten Zuardi et al im Rahmen einer Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie zeigen, dass CBD Einfluss auf den Cortisolspiegel hat [8]. Einige Jahre später konnten Shannon et al (2019) in einer großen retrospektiven Fallserie zeigen, dass CBD Einfluss auf die Gefühlswelt zu haben scheint und bei Angststörungen von Nutzen sein könnte. Die Forscher berichten außerdem über viele Menschen, die CBD Produkte schon heute zur Unterstützung in der Bekämpfung von Schlaflosigkeit und Angstgefühlen einsetzen [3]. Möglicherweise könnte CBD auch die psychische Belastung durch Haarausfall reduzieren. Wissenschaftliche Beweise gibt es dazu vorerst aber noch nicht.

Wie CBD bei Haarausfall aufgrund von Hautkrankheiten hilft

CBD Ölen werden einige gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt. Oftmals enthalten CBD Öle auch Hanfsamenöl. Dieses enthält wiederum die für den menschlichen Organismus so wichtigen Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren sowie Vitamin E und der seltenen Gamma-Linolensäure, die in hohem Maße im Hanfsamenöl vorhanden ist und das Haarwachstum stärken soll [10]. Sie versorgen unsere Haut mit Feuchtigkeit, kräftigen und glätten die Hautoberfläche [9].

Hautprobleme wiederum sind eine häufige Ursache für Haarausfall[4]. Hier kommt das im CBD Öl enthaltene Cannabidiol ins Spiel. Cannabidiol kann die Talgproduktion regulieren und der Haut auf diese Art und Weise dabei helfen, die physiologische Talgproduktion aufrechtzuerhalten. Zu diesem Schluss kamen Oláh et al in ihrer Studie, die im September 2014 im Journal of Clinical Investigation veröffentlicht wurde [5]. Daraus könnte man ableiten, dass CBD möglicherweise von Bedeutung sein könnte, wenn der Haarausfall zum Beispiel durch Schuppen oder seborrhoische Dermatitis bedingt ist. Bislang fehlen aber wissenschaftliche Untersuchungen zu dieser spezifischen Fragestellung.

Neben den bereits erwähnten Vorteilen von CBD Öl, besitzt CBD antioxidative Eigenschaften [6]. Zusätzlich sind in Hanfsamenöl weitere Antioxidantien enthalten, wie zum Beispiel Vitamin E, das in hoher Konzentration im Hanfsamenöl vorhanden ist [7]. Antioxidantien bieten dem menschlichen Organismus einen Schutz gegen freie Radikale und gefährliche Umwelteinflüsse – Faktoren, die man beim Erhalt der Haarpracht nicht unterschätzen darf.

Frau mit langen braunen Haaren sitzt in weißem Gewand auf Bett und meditiert

Weniger Stress durch CBD Öl

Häufig sind auch psychische Ursachen der Grund für Haarausfall. Stress, Angst oder Schlaflosigkeit können dazu führen, dass die Haarpracht in Mitleidenschaft gezogen wird. Wie schon beim erblich bedingten Haarausfall erklärt, könnte der Einsatz von CBD Öl das Stress- und Angstempfinden positiv beeinflussen und das allgemeine Wohlbefinden steigern. Wir empfehlen Ihnen dennoch sich bei psychosomatischem Haarausfall an Ihren Arzt zu wenden.

 

Fazit – positive Erfahrungen mit CBD Ölen bei Haarausfall

Nur wenige klinische Studien gibt es bislang speziell zu CBD und dem Haarwachstum. Jedoch kann man online und in Beautymagazinen mittlerweile jede Menge Empfehlungen für CBD bei Haarausfall lesen. Grundlage sind sowohl Studien, die ein Potenzial bei dermatologischen Beschwerden aufzeigen als auch einen Nutzen bei psychischen Beschwerden, wie Angst- oder Schlafstörungen vermuten lassen [3]. Erfahrungsberichte über die Verwendung von CBD bei Haarausfall, gibt es bislang jedoch kaum. Wir freuen uns aber, die Studienlage auch auf diesem Gebiet wachsen zu sehen und sind gespannt, welche Erkenntnisse zu CBD und Haarausfall künftig noch gewonnen werden. Im Rahmen unserer regelmäßigen Rechercheupdates behalten wir auch dieses Thema im Auge und freuen uns über wiederkehrende Leser unseres Hanfama Magazins.

 

Die Inhalte unseres HANFAMA Magazins dienen lediglich der Aufklärung und Informationsweitergabe rund um das Thema Cannabis. Wir prüfen unsere Informationen genau und zitieren nur aus verifizierten Quellen. Trotzdem erheben unsere Texte keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität.

 

 

Referenzen
[1] Raab, W. (2012). Haarerkrankungen in der dermatologischen Praxis. Berlin Heidelberg. Springer.

 

[2] Zenker, S. (2017). Haarausfall. Update zu Diagnostik und Therapie. Ästhetische Dermatologie und Kosmetologie (3/2017). http://www.dr-zenker.de/relaunch/wp-content/uploads/2017/10/press-Aesthetische-Dermatologie-Kosmetologie.pdf

 

[3] Shannon, S., Lewis, N., Lee, H., & Hughes, S. (2019). Cannabidiol in Anxiety and Sleep: A Large Case Series. The Permanente journal, 23, 18–041. https://doi.org/10.7812/TPP/18-041

 

[4] Stockmeier, M., Kunte, C., Feldmann, K., Messer, G., Wolff, H. (2001) Folliculitis decalvans – Behandlung mit einer systemischen Rifampicin-ClindamycinKombinationstherapie bei 17 Patienten Akt Dermatol 27: 361–363, https://doi.org/10.1055/s-2001-19129

 

[5] Oláh, A., Tóth, B. I., Borbíró, I., Sugawara, K., Szöllõsi, A. G., Czifra, G., Pál, B., Ambrus, L., Kloepper, J., Camera, E., Ludovici, M., Picardo, M., Voets, T., Zouboulis, C. C., Paus, R., & Bíró, T. (2014). Cannabidiol exerts sebostatic and antiinflammatory effects on human sebocytes. The Journal of clinical investigation, 124(9), 3713–3724. https://doi.org/10.1172/JCI64628

 

[6] Hacke, A. C., Lima, D., de Costa, F., Deshmukh, K., Li, N., Chow, A., Marques, J., Pereira, R. and Kerman, K., Probing the antioxidant activity of delta9-tetrahydrocannabinol and cannabidiol in Cannabis Sativa Extracts, Analyst, 2019.

 

[7] Cerino, P., Buonerba, C., Cannazza, G., D’Auria, J., Ottoni, E., Fulgione, A., Di Stasio, A., Pierri, B., & Gallo, A. (2021). A Review of Hemp as Food and Nutritional Supplement. Cannabis and cannabinoid research, 6(1), 19–27. https://doi.org/10.1089/can.2020.0001

 

[8] Zuardi, A. W., Guimarães, F. S., & Moreira, A. C. (1993). Effect of cannabidiol on plasma prolactin, growth hormone and cortisol in human volunteers. Brazilian journal of medical and biological research = Revista brasileira de pesquisas medicas e biologicas, 26(2), 213–217.

 

[9] Chen, T., He, J., Zhang, J., Zhang, H., Qian, P., Hao, J., & Li, L. (2010). Analytical characterization of Hempseed (seed of Cannabis sativa L.) oil from eight regions in China. Journal of dietary supplements, 7(2), 117–129. https://doi.org/10.3109/19390211003781669

 

[10] Wenzel, P. (2007). Die Vitalstoff-Entscheidung. Maya Media Verlag

 

 

Foto Hanfama Gastautorin Claudia Ullrich
Claudia Ullrich
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Claudia Ullrich ist Autorin und Werbetexterin und seit kurzem auch Gastautorin des HANFAMA Magazins. In enger Abstimmung mit unserem Expertenteam und der Hanfama Redaktion erstellt sie lebendige Beiträge, die unsere Leser begeistern. Für die Erstellung von Ratgebern und Sachbüchern sowie für ihre eigene Belletristik beschäftigt sie sich außerdem schon seit vielen Jahren intensiv mit der Zusammensetzung von Naturprodukten und deren Wirkung auf den menschlichen Organismus.

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Christina Strzalka hat Gesundheits- und Krankenpflege und Health Assisting Engineering studiert. Sie hat einen engen Bezug zu Gesundheitsthemen und eine große Begeisterung für Innovationen. Für die LeserInnen des HANFAMA Magazins durchforstet sie wissenschaftliche Datenbanken und arbeitet sich gerne in komplexe Sachverhalte ein, die sie in verständlicher Art und Weise für Sie aufbereitet. Mit großer Leidenschaft recherchiert sie zu medizinischen und naturwissenschaftlichen Themen und berichtet über Neuigkeiten aus der Welt der Forschung. Ihr Motto: Wege entstehen dadurch, dass man sie geht (Franz Kafka).